Sabine Pirker

 

Klassisch Barock Trainerin B * Reittherapeutin

Reiten in meiner Kindheit – das war Ponyglück pur! Jede freie Minute waren meine Freundinnen und ich mit unseren Ponys unterwegs – oft ohne Sattel und voller kreativer Ideen! Daneben habe ich voltigiert: sehr intensiv, ehrgeizig und als Leistungssport. Hier konnte ich meine Freude an schönen ästhetischen Bewegungen ausleben.

Für mein erstes Reitabzeichen erhielt ich Dressur- und Springunterricht auf Warmblütern im nahegelegenen Reitverein. Der Reitlehrer war von solider ostpreußischer Schule und sein Unterrichtstil so, wie ich ihn mir bei der Kavallerie vorstelle. Wenn er seine Befehle durch die Halle donnerte, wurden wir alle ganz kleinlaut, und ich musste mir nicht nur einmal anhören, dass ich auf dem Pferd sitze „wie ein Frosch auf der Nähmaschine“. Ich kann mich nicht erinnern, dass er mir beim Dressurreiten je etwas erklärt hat. Dafür war sein Springunterricht genial! Er baute die Gymnastikreihen so geschickt auf, dass wir in kürzester Zeit nur so über die Hindernisse flogen!

Sabine Pirker mit Bodeguero

Es folgten Jahre ohne Pferde – Ausbildung, Studium, andere Städte, leider auch Rückenprobleme … aber die Pferde ließen mich nie los. Ich beschäftigte mich mit dem „rückenfreundlichen Tölt“ der Islandpferde und dem therapeutischen Reiten.

Mit 27 Jahren startete ich dann von Hannover aus mein zweites Reiterleben auf dem Islandpferdehof in Spiekeroog. Nun war ich wieder infiziert mit dem Pferdevirus. Ich machte Kurse im FS Testzentrum Reken. Das dort erarbeitete didaktisch-methodische Konzept zur Ausbildung von Reiter und Pferd beeindruckte mich.

Schon ein Jahr später hatte ich mein erstes eigenes Islandpferd. Ich besuchte Kurse bei Marlise Grimm, Horst Klinghardt, Suzann Beuk, Johann Johannesson und anderen isländischen Trainern. Ich erwarb das IPZV-Reitabzeichen in Bronze. Da ich inzwischen selbst mit dem Unterrichten begonnen hatte, legte ich die Prüfung zur IPZV-Fachübungsleiterin ab, machte ein dreiwöchiges Praktikum bei Walter Feldmann in Aegidienberg und war nun IPZV-Trainierin C. Viele Jahre später machte ich noch das IPZV-Reitabzeichen in Silber.

In der Fachschule für Voltigieren in Hohenhameln besuchte ich mehrere Longierkurse bei Peter Petersen und erwarb mein Longierabzeichen.

Bei Anne Christoph auf Hof Fylgja nahm ich an einer einjährigen Weiterbildung Heilpädagogisches Reiten teil.  Später machte ich beim Förderkreis für Therapeutisches Reiten e.V. die Ausbildung zur Reittherapeutischen Assistentin und schließlich die Ausbildung zur Reittherapeutin.

Inzwischen lebte ich mit Freunden und Pferden auf einem Resthof in Hodenhagen, arbeitete halbtags in Hannover und baute nebenher eine Reitschule in Hodenhagen auf. Lernbegierig und neugierig auf alles, was die bunte Freizeitreiterszene hergab, beschäftigte ich mich intensivst mit der TT.E.A.M-Arbeit von Linda Tellington-Jones, der Kommunikation durch Körpersprache von Klaus Ferdinand Hempfling und dem Chironspringen von Rolf Becher.

Ich schnupperte in das Westernreiten hinein und begeisterte mich für den California Style von Klaus Penquitt und Kurt Schulze. Bei Martin Peters machte ich mein Fahrabzeichen.

Und dann tauchte Björn Zaus auf – begeisterter Anhänger der Lehren von Nuno Oliviera und großer Verehrer von Richard Hinrichs. Er wohnte damals nur wenige Kilometer von uns entfernt und unterrichtete meine Freundin und mich wöchentlich. Seine Leidenschaft, seine Beharrlichkeit und Geduld und dieses minimalistische Arbeiten an total korrekten Bewegungsabläufen haben mich sehr geprägt.

Als ich von Hodenhagen nach Sandkrug zog, nahm ich Unterricht bei Ellen Graepel – inzwischen hatte ich von 4-Gängern auf 3-Gänger umgesattelt und entdeckte bei Ellen meine Faszination für Andalusische Pferde. Den Flair von Wien brachte mir Alfons Dietz, ehemaliger Bereiter der Spanischen Hofreitschule Wien. Über zwei Jahre lang gab er alle 8 Wochen einen Kurs in meiner Reithalle. Von ihm habe ich gelernt, Lektionen geschickt, gezielt und wirksam einzusetzen.

Dann hatte ich die fantastische Möglichkeit, hier vor Ort mehrfach an Kursen mit Joao Pedro Rodrigues, damals Oberbereiter, heute Leiter der Escola Portuguesa de Arte Equestre in Queluz bei Lissabon (Portugiesische Hofreitschule), teilzunehmen. Von ihm habe ich gelernt, sehr bewusst mit den Energien der Pferde zu arbeiten.

Einen kleinen Exkurs in die Working Equitation hatte ich mit Joao Lynce – ebenfalls aus Portugal.

Seit vielen Jahren ist jetzt Andrea Schmitz meine Reitlehrerin, selbst langjährige Schülerin von Richard Hinrichs, ist sie inzwischen eine der bekanntesten Showreiterinnen in Deutschland. Ich mag ihre unbeschwerte positive Herangehensweise und das Arbeiten mit hohem Anspruch aber ohne Stress und Druck.

Während all der Jahre habe ich unzählige Seminare bei Richard Hinrichs besucht. Als er dann in Zusammenarbeit mit Johannes Beck Broichsitter und der FN einen Trainer C für Klassisch Barocke Reiterei kreierte, war ich dabei und inzwischen bin ich Trainerin B Klassisch Barock.

Ich habe die Reitschule Sandkrug gegründet, die inzwischen ein eingetragener Verein geworden ist, den ich mit aller Kraft unterstütze. Auf dem Gelände der Reitschule Sandkrug e.V. arbeite ich sowohl für die Reitschule als auch selbstständig als Reittherapeutin, Bereiterin und Reitlehrerin.

 

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